Jahresrückblick auf die Wasserrettungs-Saison 2009 der DLRG Bodenseekreis

Nachdem bereits 2008 die Neubeschaffung von zwei, sowie die Generalüberholung von 3 Rettungsbooten abgeschlossen werden konnte, lag der Fokus für die DLRG im Bodenseekreis im Jahr 2009 auf dem weiteren Ausbau der rettungsdienstlichen Infrastruktur.

Zu Beginn des Jahres wurde in Kooperation mit T-City Friedrichshafen ein ergänzendes neues Alarmierungssystem etabliert. Neben der bisherigen Alarmierung via Funktechnik können alle Helfer jetzt auch telefonisch zum Einsatz gerufen werden. Das System hat im Laufe des Jahres seine Bewährungsprobe bestanden und bei der Abwicklung von Wasserrettungseinsätzen seine Vorteile ausspielen können. Mit dieser zusätzlichen Möglichkeit können die Retter aus allen 12 DLRG-Gruppen im Bodenseekreis sehr viel flexibler und gezielter alarmiert werden.

Außerdem wurden auch die Alarmpläne für die DLRG überarbeitet, die in der Rettungsleitstelle des Bodenseekreises hinterlegt sind. Dem Disponenten werden bei einem Notfall an und auf dem Wasser computerunterstützt gezielt verfügbare Einheiten von den Standorten zwischen Langenargen und Sipplingen angezeigt. Durch die Neuordnung der Pläne können die Boote und Einsatzfahrzeuge noch schneller als bisher zum Einsatz kommen. 

Neben den genannten strukturellen Verbesserungen konnten auch im Bereich des Materials sehr erfreuliche Fortschritte erreicht werden. Mithilfe einer Förderung aus dem Rettungsdiensttopf des Landes Baden-Württemberg konnte der Ausbau eines Gerätewagen Wasserrettung nach modernsten Vorgaben realisiert werden. Es handelt sich hierbei um einen Opel Vivaro der 2008 in Dienst gestellt wurde. In diesem Fahrzeug werden eine Vielzahl von technischen und medizinischen Ausrüstungsgegenständen vorgehalten. So ist beispielsweise die komplette Ausstattung für vier Einsatztaucher verladen. Diese können sich direkt aus dem Auto heraus komplett ausrüsten und bei Ankunft am Einsatzort sofort mit dem Einsatztauchgang beginnen. Außerdem sind sämtliche Hilfsmittel vorhanden, mit denen sowohl eine Wasser- als auch eine Eisrettung durchgeführt werden kann. Zu dieser spezifischen Ausrüstung gehören zum Beispiel Kälteschutzanzüge, Eisrettungsschlitten und Leinenmaterial zur Sicherung von Rettern. Mithilfe einer großzügigen Spende der Stiftung Wasserrettung konnte die medizinische Ausstattung um einen Notfallrucksack, eine schwimmfähige Patiententrage und um einen Defibrillator (AED) ergänzt werden. Mit diesem Gerät können Patienten, die einen Herzinfarkt erleiden, bis zur Übergabe an einen Notarzt behandelt werden.

Der Schwerpunkt im Bereich der Ausbildung wurde in der vergangenen Saison auf die Fortbildung zu Maßnahmen bei Tauchunfällen gelegt. In mehreren Terminen wurde die enge Kooperation mit dem Rettungsdienst des DRK, der DRF-Luftrettung und der Wasserschutzpolizei, sowie den Einheiten der DLRG im Landkreis Konstanz geübt und das bestehende Wissen vertieft. Da der Schwerpunkt der Sporttaucherei sich im Bereich des Überlinger Sees befindet, wurde in Überlingen sowohl die eigentliche Rettung aus dem Bodensee als auch die medizinische Versorgung von Verunfallten in praktischen Szenarien erprobt. 

Drei aktive Wasserretter haben die ausbildungsintensive Fortbildung zum DLRG-Gruppenführer erfolgreich abgeschlossen. Diese fand in der Landesschule der DLRG in Stuttgart statt. Diese Gruppenführer werden jetzt als Führungspersonal bei Einsätzen im Wasserrettungsdienst eingesetzt. Da eine weitere wichtige Aufgabe der DLRG neben der Wasserrettung auch die Mitwirkung im Katastrophenschutz ist,  werden die frisch ausgebildeten Führungskräfte auch hier eingesetzt werden. Im Katastrophenschutz stellt die DLRG im Bodenseekreis gemeinsam mit der DLRG im Landkreis Ravensburg einen sogenannten Wasserrettungszug. Diesem Zug sind Einsatzboote und Rettungstaucher sowie die gesamte dafür notwendige Logistik zugeordnet. Ein Einsatz des Zuges ist also immer eine logistische Herausforderung, für die gut ausgebildete Helfer unabdingbar sind.
 
Die Einsatztätigkeit im Jahr 2009 erstreckte sich von einfachen technischen Hilfeleistungen, über Sucheinsätze nach vermissten Personen bis hin zur Unterstützung bei Bootsbränden. Zum Einsatz kommen bei solch einem Einsatz, je nach Einsatzort, in der Regel immer mehrere Boote und Fahrzeuge, die im ganzen Kreis stationiert sind. Mit insgesamt 38 Notfalleinsätzen wurden die  Retter der DLRG beinahe doppelt so oft zum Einsatz gerufen wie noch im Vorjahr. Diese Zahlen folgen dem Trend aller Wasserrettungsorganisationen rund um den See, denn auf allen Seeteilen gab es im vergangenen Jahr eine Steigerung bei den Einsatzzahlen. Trotz dem sich der Großteil der Einsätze naturgemäß in der Haupt-Wassersport- und Tourismussaison ereignen werden die Einsatzeinheiten zu allen Jahreszeiten alarmiert. Der letzte registrierte Notfall in 2009 war am 29. Dezember.

Neben den eigentlichen Notfällen waren die Rettungsschwimmer auch bei einer Reihe von Veranstaltungen am und auf dem See vorbeugend präsent. Die Rund-Um als größte Regatta auf dem Bodensee mit über 400 Yachten, wurde von den Rettungsbooten genauso abgesichert, wie alle Veranstaltungen am See rund um das Friedrichshafener Seehasenfest.


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Bericht: S. Bücheler