Bezirkstagung des DLRG Bezirk Bodenseekreis

Zur jährlich stattfindenden Bezirkstagung (Jahreshauptversammlung) trafen sich die Vertreter der 12 DLRG-Ortsgruppen aus dem Bodenseekreis am Samstag, 5. April 2014, im Dorfgemeinschaftshaus in Salem-Mittelstenweiler. Die Delegierten vertreten die rund 3700 Mitglieder der einzelnen Ortsverbände. Auf der Tagesordnung standen in diesem Jahr unter anderem die in dreijährigem Rhythmus stattfindenden Neuwahlen des Bezirksvorstandes.
Rückblick auf das Jahr 2013 / Bericht des Bezirksvorsitzenden
Der bisherige Bezirksvorsitzende Karl-Heinz Rimmele, der dieses Amt seit 2008 bekleidet, berichtete, nach einem herzlichen Willkommensgruß an alle Delegierten und Gäste, ausführlich über die Aktivitäten des Bezirks und der einzelnen Ortsgruppen im Jahr 2013.

Highlights des vergangenen Vereinsjahres waren verschiedene, im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der DLRG stattfindende, Veranstaltungen. Zunächst tagte das Präsidium, das höchste Gremium der DLRG auf Bundesebene, im Bodenseekreis. Im Rahmen dessen wurde die neue Wasserrettungswache in Sipplingen eingeweiht. Den aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Gästen konnte eindrucksvoll das Einsatzgebiet „Bodensee“ vor Augen geführt werden.

In seiner Rede, als scheidender Bezirksvorsitzender, dankte Rimmele allen Vertretern der Ortsgruppen und den ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitgliedern für die vielen geleisteten Stunden ehrenamtlicher Arbeit auf allen Vereinsebenen und berichtete weiterhin über die umfangreichen Ausbildungsangebote für Mitglieder in den Bereichen Schwimmen und Rettungsschwimmen, Erste - Hilfe und Sanitätswesen, Wasserrettungsdienst und Bevölkerungsschutz (ehemals Katastrophenschutz), sowie Rettungssport.

Als Wermutstropfen bezeichnete Rimmele, dass es in vielen Gruppen immer schwerer werde genügend ehrenamtliche für die vielfältigen und wichtigen Aufgaben innerhalb der DLRG zu gewinnen. Insbesondere Jugendliche nach Abschluss ihrer Schulausbildung zu halten sei zu einer großen Herausforderung geworden. Gerade diese Jugendlichen waren viele Jahre lang die Stütze im Rettungswachdienst in den Bädern und würden nun häufig durch Wegzug an einen anderen Studien- oder Arbeitsort fehlen. Verstärkt soll versucht werden die sogenannte Generation 50Plus zu (re-)aktivieren.

Dauerthema im Kreisverband sind immer auch die Finanzen. Die laufenden Kosten für den Betrieb der zehn Rettungsboote und fünf Einsatz-Kfz müssen ohne öffentliche Zuschüsse von der DLRG selbst getragen werden. Insbesondere Reparaturen an den Großbooten führen immer wieder dazu, dass anderweitige Investitionen in wichtige Einsatzmittel oder Schutzausrüstung nicht getätigt werden können. Ein Großteil dieser laufenden Kosten muss über Mitgliedsbeiträge und Spenden gedeckt werden.

Leistungsbilanz der Technik
Detaillierte Zahlen zu den Leistungen im Ausbildungs- und Einsatzbereich präsentierte anschließend der Technische Leiter Carsten Mücke. So wurden im vergangenen Jahr von über 1.000 Helfern, in den einzelnen Ortsgruppen und im Bezirk selbst, insgesamt zirka 31.000 Arbeitsstunden erbracht. Darin enthalten sind die Einsatzstunden für den Rettungsdienst, Trainerstunden in der Schwimmausbildung genauso wie die Zeiten für Instandsetzung und Verwaltungsarbeiten.

Im Wasserrettungsdienst im Bodenseekreis und auf dem Bodensee wurden die Helfer der DLRG so oft wie noch nie zuvor zu Hilfe gerufen. Die Retter wurden 46 Mal von der Integrierten Leitstelle des Bodenseekreises zu Notfällen alarmiert. Teilweise mussten die Helfer mehrfach am Tag ausrücken. Einsatzgründe waren häufig in Seenot geratene Freizeitsportler. Zu 11 Taucheinsätzen mussten die Einsatztaucher ausrücken. Zusätzlich zu den Notfällen wurden 17 Veranstaltungen abgesichert. Hierzu gehören Regattabegleitungen, Absicherungen von Events wie der Red Bull Lake Jump oder Drachenbootrennen. Schwerpunkt der Einsätze sind die Sommermonate, wenn sich viele Menschen auf den See und in die Freibädern begeben. Aber auch in den Wintermonaten gibt es regelmäßig Hilfseinsätze für in Not Geratene.

Beeindruckendes konnte Carsten Mücke, stellvertretend für die Ausbildungsleitung, auch für den Bereich der Aus- und Fortbildung von Nichtschwimmern und Schwimmern vermelden. Die Kernkompetenz der Gruppen vor Ort ist unbestritten die Anfänger- und Jugendschwimmausbildung. Kinder werden im spielerischen Umgang an das Wasser gewöhnt und können mit dem „Seepferdchen“ und den verschiedenen Jugendschwimmabzeichen ihre ersten Erfahrungen im Wasser sammeln und werden so nach und nach zu sicheren Schwimmern ausgebildet. Von den Gruppen vor Ort wurden so im vergangenen Jahr 624 Schwimmabzeichen abgenommen. Außerdem legten 406 Mitglieder eine Rettungsschwimmerprüfung ab.

Bericht der Bezirksjugend
Die Jugendarbeit ist ein wichtiger Pfeiler innerhalb der DLRG-Arbeit. Über 1/3 der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. So berichtete der in diesem Jahr neu gewählte Bezirks-Jugendleiter Marco Hiltel über umfangreiche Angebote, als Ergänzung zur Vor-Ort-Arbeit in den einzelnen Gruppen. Die Größte Herausforderung für den Jugendleiter und sein Team war einmal mehr das jährlich stattfindende Pfingstzeltlager. Eine ganze Woche lang sorgten die rund 70 Teilnehmer für allerlei Wirbel. Neben erlebnisreichen sieben Tagen für die Kinder bedeutete dies vor allem ein hohes Maß an Disziplin der Betreuermannschaft. Trotz alledem kam für beide Seiten der Spaß nicht zu kurz.

Von der Schatzmeisterin Bettina Weger wurden die Ausgaben und Einnahmen 2013, sowie die Finanzplanung für das laufenden Jahr vorgestellt. Auch dank der selbst auferlegten strikten Haushaltsdisziplin gab es keine Überraschungen und der Versammlung wurde ein ausgeglichener Haushalt mit „schwarzer Null“ für das vergangene Jahr präsentiert.
Grußworte des Vertreters vom DLRG-Landesverband
Als Vertreter des DLRG Landesverbandes Württemberg überbrachte Karl-Heinz Ledermann, stellvertretender Vorsitzender, die Grüße und hob in seinem Grußwort die hervorragenden Leistungen aller Ortsgruppen und der gesamten Mannschaft des Bezirkes hervor.

Neuwahlen der Bezirksvorstandschaft
Nach sechs Jahren an der Spitze des Bezirks stellte sich Karl-Heinz Rimmele, zeitgleich Vorsitzender der Ortsgruppe Sipplingen, nicht mehr zur Wahl als Bezirksvorsitzender. Rimmele war über 20 Jahren aktiv in den Gremien des Bezirks. Zunächst als Beisitzer und Kassenprüfer, seit 2008 dann als Vorsitzender. Als seinen Nachfolger wählten die Delegierten Rudi Krafcsik, Vorsitzender der Ortsgruppe in Friedrichshafen.

Das Personalkarussell drehte sich auch bei den Stellvertretern. Peter Heinzelmann (Uhldingen-Mühlhofen) und Jan Tauschinsky (Meersburg) übergaben ihre Ämter an Anton Gaus (Deggenhausertal) und Johannes Franck (Salem). Verantwortung für den Ausbildungsbereich sind ab sofort Michael Nickl (Meckenbeuren) und Christoph Fries (Friedrichshafen).

Verabschiedung
Mit einem Dank an die DLRG-Gruppe aus Salem, die für das leibliche Wohl der Anwesenden sorge trug, verabschiedete der neue Bezirksvorsitzende Rudi Krafcsik die Anwesenden in seinem Schlusswort und rief alle Anwesenden dazu auf auch künftig mit helfenden Händen sowohl in den Ortsgruppen als auch auf Kreisebene für das Wohl des nächsten in der DLRG einzutreten.

Quelle: DLRG Bodenseekreis


Gruppenbild
stehend von links: Michael Nickl – Technischer Leiter Ausbildung, Wolfgang Nickl – stv. Technischer Leiter Einsatz, Bettina Weger – Leiterin Wirtschaft und Finanzen, Marco Hiltel – Jugendleiter, Erika Jäger – Beisitzerin, Rudi Krafcsik – Vorsitzender, Christoph Widmann – Beisitzer, Johannes Franck – stv. Vorsitzender.
kniend von links:
Christoph Fries – stellvertretender Technischer Leiter Ausbildung, Stefan Bücheler – Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Carsten Mücke – Technischer Leiter Einsatz, Stefan Dunkenberger – Beisitzer, Siegfried Moser – Schriftführer
nicht auf dem Bild: Anton Gaus -  stv. Vorsitzender, Robert Michl - stv. Leiter Wirtschaft und Finanzen, Ramona Moser – Beisitzerin.